VDMA-Benchmarks Entwicklung und Konstruktion

Die VDMA-Benchmarks zu Entwicklung und Konstruktion 2018 geben einen Überblick über den aktuellen Stand und Trends in der Organisation von Engineering-Bereichen im Maschinen- und Anlagenbau.

Kürzere Durchlaufzeiten

Trotz der allgegenwärtigen Risiken für die pünktliche Erledigung von Projekten, haben sich die Durchlaufzeiten der wichtigsten Disziplinen der mechanischen und der elektrisch/elektronischen Entwicklung und Konstruktion sowie im Software-Engineering erfreulicherweise spürbar verkürzt. Dieser Effekt ist für alle untersuchten Projekttypen ähnlich zu verzeichnen.

Für Neukonstruktionen schlagen naturgemäß weiterhin die längsten Zeitspannen zu Buche. Die Dauer für mechanische Neukonstruktionen reduzierten sich im Vergleich zur vorherigen Umfrage um fast ein Drittel auf 29,7 Wochen im Mittelwert. Elektrik/Elektronik liegen bei 18,1 Wochen im Schnitt (zuvor 26,6 Wochen), beim Software-Engineering halbiert sich die Durchlaufzeit beinahe auf nun 16,7 Wochen.

Auch bei den etwas kürzeren Durchlaufzeiten für Weiterentwicklungen kann eine Verringerung um ein Drittel für alle Disziplinen verzeichnet werden.

Kleinere Teams

Die Anzahl von Mitarbeitern in einem Team bei Neuentwicklungen hat sich zum Vergleichswert deutlich reduziert und liegt nun im Mittelwert bei 4,9 Personen. Dabei scheinen insbesondere die größeren Unternehmen von den kleineren zu lernen und die viel zitierte Agilität durch wendigere Gruppen zu unterstützen. Bislang waren in Unternehmen mit steigender Anzahl an Mitarbeitern auch die Größen der Engineering-Teams deutlich größer. Die enge und fokussierte Zusammenarbeit in Teams mit weniger als sechs Personen etabliert sich nun über alle Größenklassen hinweg. Unabhängig ob Neuentwicklung, Weiterentwicklung oder Kundenvariante nähern sich in sämtlichen Projektarten die Größen der Teams aneinander an und bewegen sich im Mittel zwischen drei und fünf Personen.

Im Zuge zunehmender Digitalisierung und Individualisierung der Produkte, wächst vermeintlich die Komplexität der Aufgaben. Trotzdem dürfen die Projektteams nicht zu groß werden, um weiterhin effizient arbeiten zu können.

Modularisieren mit Fingerspitzengefühl

Für 60 Prozent des gesamten Produktportfolios wird die Komplexität der möglichen Varianten durch Modularisieren und Standardisieren gesteuert. Dieser Wert ist allgemein eine gute Referenz für den Maschinen- und Anlagenbau. Ein geringerer Modularisierungsgrad bietet eventuell weitere Chancen. Eine maximale Modularisierung von 100 Prozent anzustreben ist jedoch in der Regel nicht sinnvoll. Es wird immer einmalige oder sehr seltene Anforderungen geben, die nicht durch vorbereitete (Teil-)Lösungen abgedeckt werden können.

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