VDMA-Benchmarks Fertigung und Montage

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Die Ergebnisse der VDMA-Benchmarks Fertigung und Montage 2019 zeigen, dass Handlungsbedarf in den Produktionsbereichen des Maschinen- und Anlagenbaus insbesondere auf zwei Gebieten besteht.

Qualität und Prozesse

Die Verschrottungsquote macht einen viel zu großen Anteil an den Gesamtkosten der Unternehmen aus. Diese ist merklich auf 2,2 Prozent im arithmetischen Mittel gestiegen und hat somit den bisherigen Höchststand von 1,8 Prozent aus der Befragung im Jahr 2013 somit erneut gesteigert worden. Dies ist ein Schritt in die falsche Richtung. Zumal in den kommenden Jahren die Erwartung von Kunden und Gesetzgeber an ressourceneffiziente Produktion deutlich zunehmen wird.

Dass mittlerweile fast ein Viertel der Belegungszeit durch Maschinenstillstände nicht produktiv genutzt werden kann, ist ebenso kritisch zu sehen. Mehr als die Hälfte dieser Stillstandzeiten sind Rüstzeiten, in denen die Fertigungsmittel für neue Aufträge vorbereitet werden. Das nachhaltige Reduzieren der Rüstzeiten muss daher stärker in den Fokus genommen werden.

Investitionen in Maschinen, Anlagen und Werkzeuge

Die Investitionen in Ersatzbeschaffungen von Produktionsmitteln steigen erfreulicherweise und machen nun 71,5 Prozent der Investitionen in Fertigungsmittel bzw. Werkzeugmaschinen aus. Gemessen wird dies an der Summe der Wiederbeschaffungswerte aller vorhandenen Fertigungsmittel. Die Gesamtanteil der Investitionen stieg zugleich im Mittelwert spürbar um 2,0 Prozentpunkte auf 14,8 Prozent. Durch eine gute Auftragslage war es möglich, nicht nur die Kapazitäten zu erweitern, sondern noch stärker den bestehenden Maschinenpark zu erneuern.

Eine sich beruhigende Nachfrage lässt einerseits mehr Zeit, solche Investitionen zu planen und operativ umzusetzen. Andererseits ist zu erwarten, dass die Investitionssummen überproportional zum zurückgehenden Umsatz zurückgefahren werden dürften. Hier entstehen Chancen für antizyklisch denkende und handelnde Mittelständler, sich nun für den nächsten Aufschwung zu wappnen und die Investitionen nicht voreilig zurückzufahren. Die Investitionen in Kapazitätserweiterungen haben trotz des zurückliegenden Auftragsbooms anteilig bereits weiter an Boden verloren. Möglicherweise ist dies in einem weltpolitisch und -wirtschaftlich zunehmend unsicheren Umfeld bereits als Indiz von wachsender Zurückhaltung zu sehen.

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