VDMA-Benchmarks Rechnungswesen

Jedes Jahr erhebt der VDMA unter seinen Mitgliedsunternehmen Informationen zur Vermögens,-Finanz-und Ertragslage. Hier die ersten Ergebnisse und die dazugehörigen Downloads für unsere Mitgliedsunternehmen.

Stabile Verhältnisse in der Branche

Das Geschäftsjahr 2018 überwiegend geprägt von branchenbezogen positiven Finanzparametern. Hier zeigten sich zwar insbesondere bei Renditen und Cash Flow leichte Rückgänge gegenüber Vorjahr, aber die Gesamtbetriebsrendite -also das Verhältnis von Gesamtleistung zum Gesamtaufwand- blieb bei rund 104 %. Die durchschnittliche Anzahl der Zeitarbeitnehmer erreichte im Jahr 2018 mit 23 Personen wieder das Niveau von 2016. Die auf 26,7 Tage leicht angestiegene Lagerreichweite (VJ: 25 Tage) steht für vorsichtig aufgebaute Läger.

Die Liquidität 1 erreichte im Schnitt 18,4 %, wobei die Unternehmen mit einer Beschäftigtenzahl von über 2000 Personen hier einen Wert von 13 % aufwiesen.

Mit knapp 40 % blieben die Eigenkapitalquoten auf nahezu gleichem Niveau. Sämtliche Pro-Kopf-Angaben haben sich weder auf der Umsatz- noch auf der Kostenseite nennenswert geändert. Auch die Lagerzusammensetzung hat sich seit Jahren kaum bewegt. Hier lagen ca. 35 % Rohstoff-, Hilfs- und Betriebsstoffe (RHB), ca. 46 % Unfertige und rund 19 % Fertigerzeugnisse in den Hallen. Dabei wurden Rohstoffe leicht aufgebaut und Unfertige Erzeugnisse leicht abgebaut.

Fortschritte im Working Capital Management

Der Anteil der überfälligen Forderungen an den gesamten Forderungen konnte im arithmetischen Mittel auf 8,2 % abgebaut werden und die Verbindlichkeiten nochmals reduziert auf 24 % des Gesamtvermögens.  Dagegen ist allerdings die Anzahlungsquote auf 8,9 % abgeschmolzen.

Mit nunmehr 36,3 Tagen (DSO) konnte die Branche im Schnitt den Zahlungseingang um einen Tag beschleunigen.

Der Kreditzugang ist ebenso nach wie vor fast unverändert. Vor dem Hintergrund der Zins-Landschaft nennen etwa 78 % der Befragten weiterhin unveränderte Bedingungen.

Die F&E-Aufwendungen sanken leicht auf 2,5 % des Umsatzes.

Stetige Aufwärtsentwicklung im elektronischen Zahlungsverkehr:

Rund 86 % der Unternehmen akzeptieren elektronisch zugesandte Rechnungen. 2016 betrug dieser Wert noch 77 %.

Unternehmensfinanzierung und Investition

Seit Jahren fallen die Anzahlungsquoten. Mittlerweile haben sie in der Branche 2018 einen Wert von 8,9% erreicht. Somit wird es immer schwieriger, mit Anzahlungen auftragsnotwendige Beschaffungen zu bezahlen und es muss eigene Liquidität eingesetzt werden, um Aufträge vorzufinanzieren.

Ungeachtet der günstigen Marktfinanzierungsbedingungen ist der Anteil des kurzfristigen Fremdkapitals am gesamten FK-Volumen in den letzten Jahren zurückgegangen und wies nunmehr einen Anteil von nur noch knapp 32 % auf.

Die operativen Ausgaben für Investitionen in Betriebsmittel und Sachanlagen machten im Betrachtungszeitraum unverändert 17,5 % aus. Dabei wurden unverändert fünf Jahre Amortisationsdauer und wiederum ca. 8 % Rentabilität von Investitionsprojekten erwartet. Bei größeren Unternehmen und Serienfertigern lagen diese Erwartungen meist höher.

Risikoabsicherung

Die Unternehmen gaben prozentual am meisten für den Versicherungsschutz ihrer Mitarbeiter im Ausland aus und am wenigsten für Schutz gegen Rohstoffpreisänderungen. Durch politische Bewegungen sind im Laufe der Zeit die Ausgaben für diese Absicherung gestiegen.

Bankenbeziehung und Kreditaufnahme

Auch in diesem Jahr gab es strukturell kaum Unterschiede in den Bankenbeziehungen. Der größte Anteil von 90 % der Befragten gab -bei Mehrfachnennung- an, ihre Hauptverbindung bei privaten Geschäftsbanken zu haben. Sparkassen und Landesbanken führten zu 65 % das Firmenkonto und etwa 37 % unterhielten mindestens ein Konto bei Genossenschaftsbanken wie z. B. Volks- und Raiffeisenbanken.

Für die Kreditaufnahme hatte sich ebenso fast nichts geändert. Ein überwiegender Anteil (78 %) genoss unveränderte Konditionen und nur knapp 4 % klagten über gestiegene Zinsen. Für etwa ein Viertel der Befragten sanken jedoch die Preise für Geld.

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