Change Management - Mit starkem Rücken durch die Veränderung

Shutterstock

Die Veränderungsgeschwindigkeit in den Unternehmen ist seit Jahren hoch. Ohne Anpassungen und Innovationen wäre der Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit gefährdet. Aber der Erfolg ist kein Selbstläufer. Das Nicht-Berücksichtigen der Interessen und Emotionen der von Veränderungen betroffenen Mitarbeiter hat schon manches Projekt zum Scheitern gebracht. Gezielt begleitete Veränderungen dagegen sind erfolgreicher und insgesamt schneller wirksam, auch wenn der Einführungsprozess vermeintlich länger dauert. Wir berichten von einer Veranstaltung zum Thema.

In ihrem Einstiegsvortrag berichtete Nicole Tränka, dass oft der (nicht gelingende) Change-Prozess schon im Gange ist, und das Unternehmen die Berater vielfach erst dann holt, wenn schon Schwierigkeiten aufgetaucht sind. Immer wieder betonte Sie das Zuhören, auch von Mitarbeitern, die wenig in Managementthemen eingebunden sind, zum Beispiel Lagerarbeiter.

Interessant war auch die Einteilung des Verhaltens von Mitarbeitern in Kategorien und hier die Empfehlung, nicht 80% der Energie in die "Widerständler" zu stecken. Diese gilt es im Zaum zu halten und diese Stimmung nicht überschwappen zu lassen. Zu überzeugen ist eventuell die Gruppe der Skeptiker. Auf jeden Fall sollte man ihnen zuhören, da sie oft wichtige Impulse geben können. Schließlich sollte man die Promotoren nicht vernachlässigen, sondern vielmehr intensiv an sich binden. Den Bremsern könnte man ein 4-Augen-Gespräch anbieten.

Ganz wesentlich ist auch die Einbindung der Führungskräfte auch in anderen, vermeintlich nicht betroffenen Bereichen.

Sehr gut kommt es bei den Mitarbeitern an, wenn man selbstkritisch mit sich selbst umgeht und Fehler einfach einräumt.

Wenn das Unternehmen eine gesunde Kultur hat, sind Veränderungen leichter. Wenn es Schwierigkeiten gibt, gilt es u.a. einen kühlen Kopf zu bewahren, den Dialog zu fördern und seine Linie beizubehalten.

Die innere Transformation von Menschen kann man mit Coaching gut unterstützen.

Eigentümerwechsel

Ein Eigentümerwechsel beunruhigt und verunsichert die Mitarbeiter. Gelten die bisher gelebten Werte noch? Sind die Arbeitsplätze sicher? Wenn zwei Unternehmen zusammenkommen: welche Werte, welche Personen setzen sich durch? Ein solcher Change-Prozess erfordert Geduld und Einsatz über längere Zeiträume.

Der Referent betonte in seinem Vortrag die Wertschätzung des Bestehenden und die Nutzung der Stärken des Unternehmens.

Lean Transformation

Bei Änderungen in der Auftragssteuerung haben die Mitarbeiter oftmals das Gefühl, dass ihre Expertise nicht wertgeschätzt wird, und dass sie nicht mehr so gut wie vorher arbeiten können. Wenn dann noch kleine Nachteile wie Umzüge zum Beispiel in weniger attraktive Räume dazukommen, kann es leicht passieren, dass sie mauern und das Engagement auf ein Minimum zurückgeht. Es helfen klare Ziele,  Wertschätzung, Weiterbildung, Zeit und Kommunikation.

Jedes Veränderugnsprojekt ist im Kontext der angestrebten Ziele zu sehen. Dennoch hier einige Highlights aus dem Praxisbeispiel: Besonders eindrucksvoll war ein selbst entwickeltes Planspiel, das die Mitarbeiter die Auswirkungen der bisherigen Arbeitsweise im Gegensatz zur Losgröße 1 erleben lässt.

Kollegiale Hospitationen (ohne konkreten Anlasse), die Verbesserung des KVP (Rückmeldung innerhalb einer Woche), wöchenliche Teamgespräche unterstützen das Lean Management.

Wachstum ermöglichen

Dynamisches Wachstum erfordert eine neue Führungskultur. Die Führungskräfte müssen lernen zu delegieren und entsprechend loszulassen. Die fachlichen Anteile der Arbeit gehen zurück. Dies fällt vielen Führungskräften erfahrungsgemäß schwer. Auch hier gilt: klare Ziele, Unterstützung durch Weiterbildung und Coaching und Gespräche sollten es den Führungskräften ermöglichen, diesen Weg zu gehen.

Werte entwickeln

Die eigenen Werte zu erkennen und sie zu kommunizieren, stellt Verbindlichkeit her und entfaltet eine enorme Kraft. In einem Mitarbeiter und Führungskräfte einbindenden Prozess wurden die zentralen, auf das Unternehmen bezogenen Werte der Gesellschafterin mit Leben erfüllt und für alle Mitarbeiter konkretisiert. So bekommt das Unternehmen klare Visionen und Ziele. Stärken werden gestärkt und Schwächen werden klar. Die Partizipation schafft Begeisterung.