Gefahrgut: Umgang mit Lithium-Batterien

Shutterstock

Das Bewusstsein zum Thema Gefahrgut ist in vielen Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus generell nicht stark ausgeprägt. Die Aussage „wir haben kein Gefahrgut“ basiert eher auf Vermutungen als Analysen durch Fachleute.

In Zeiten von Industrie 4.0 und der Digitalisierung werden immer mehr elektronische Komponenten im Maschinenbau eingesetzt. Und Lithium-Batterien ersetzen nach und nach die üblichen Batterien. Je nach Batterietyp unterliegen diese aber den Gefahrgutvorschriften, da insbesondere defekte Batterien selbstentzündlich sein können.

Mittels einer Umfrage und einem Expertentreffen am 22. Mai 2017 wurden folgende Problemfelder ermittelt:

  • Auch wenn das notwendige Know how und Bewußtsein in den Mitgliedsunternehmen vorhanden ist, scheitern die Fachleute daran, dass es generell schwierig bis unmöglich ist, von Lieferanten konkrete Informationen zu erhalten. Häufig fehlt die Deklaration, welche Batterietypen bei zugekauften Geräten zum Einsatz kommen.
  • Somit können aufgrund fehlender Informationen auch geschulte Mitarbeiter nicht immer die für den Transport notwendige Dokumentation erstellen.
  • Es gibt unterschiedliche Batterietypen, die teilweise nicht einmal mehr per Seefracht transportiert werden können. Hier kommt es nicht immer auf die Batteriegröße an.
  • Dienstleistern (Reeder, Spediteure, Fluglinien etc.) fehlen ebenso Kenntnisse und aus Unsicherheit oder anderen Erwägungen wird der Transport verweigert, auch wenn geltende Vorschriften dies ermöglichen (bis 2019 hat sich das eher verstärkt).
  • In Bereichen wie Konstruktion, Einkauf oder Vertrieb fehlt das Bewusstsein über die Gefahrguteigenschaft der Lithium-Batterien.
  • Lithium-Batterien werden auch von Service-Mitarbeitern in Werkzeugen, Messgeräten etc. eingesetzt. Probleme treten daher auch im Reiseverkehr oder beim Versand des Werkzeugs auf. Da meist die Logistikabteilung nicht eingebunden ist, werden auch hier nicht die geltenden Vorschriften eingehalten. Ergebnis: Batterien werden von den Sicherheitskräften aus dem Reisegepäck entfernt und fehlen am Einsatzort.

Auf einer Veranstaltung des Landesverbandes Ost am 8. Mail 2019 wurde dies eindeutig bestätigt: In den letzten 2 Jahren hat sich grundlegend nichts geändert.

Fazit

Lithium-Batterien, die inzwischen auch im privaten Bereich allgegenwärtig sind, werden im beruflichen Umfeld nicht als Gefahrgut erkannt. Bislang gab es diverse Störfälle, über die auch in der Presse berichtet wurde (Beispiel Samsung) bis hin zu Totalverlusten von Flugzeugen. Das Bewusstsein über die Gefahren, die von diesen Batterien ausgehen können, ist weiterhin schwach ausgeprägt.

Der VDMA kann bei diesem komplexen Thema nur bedingt unterstützen. Hier ist Praxiswissen gefragt, welches nur Experten haben können, die sich tagtäglich mit dem Thema Gefahrgut befassen. Wir unterstützen Sie hier gerne bei der Suche nach externen Spezialisten.