Ist die Qualität in der Krise in Gefahr?

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Wenn in Zeit der Krise die Aufwendungen zur Sicherung der Qualität von Produkten pauschal gekürzt werden, besteht die Gefahr, dass das Qualitätsniveau deutlich absinkt und damit der Schaden für das Unternehmen ungleich höher ist als die vermeintlichen Einsparungen.

Die Frage muss leider eindeutig mit Ja beantwortet werden, denn wenn die Auftragseingänge deutlich zurückgehen, wird schnell der Rotstift gezückt, um Kosten in den einzelnen Bereichen zu sparen. Insbesondere bei den unterstützenden Bereichen - zu dem auch das Qualitätsmanagement gehört - ist die Versuchung groß, mit der Rasenmäher-Methode die Kosten zu reduzieren.

Eine unmittelbar negative Auswirkung auf die Qualität der Endprodukte ist erst mal nicht zu spüren und so besteht die Gefahr, dass die Geschäftsführung den Qualitätsaspekt in der Krise aus dem Auge verliert. Wenn die Qualitätsprobleme dann mit einer zwei- bis dreijährigen Verzögerung eintreten, können die Ursachen nicht mehr richtig zugeordnet werden. Der Imageverlust und die Aufwände zur Wiederherstellung des Qualitätsniveaus sind dann ungleich höher als die vermeintlichen Einsparungen in der Krise.

Daher sollte man sich im Vorfeld sehr genau überlegen, welche qualitätssichernden Maßnahmen verschoben oder ganz unterlassen werden, welche Berichte man reduzieren kann, welches Qualitätsmanagement-Personal eingespart werden kann und welche Prüfungen man vom Umfang her reduzieren kann.

Der zentrale Arbeitskreis Qualität & Management diskutiert deshalb zurzeit die Wirkung von Ansätzen des Lean Managements auf das Qualitätsmanagement, um genau die Einsparungspotenziale zu identifizieren, die nicht zulasten der Qualität von Produkten und Dienstleistungen gehen. Wenn Sie auch Erfahrungen dazu haben, können Sie gerne an der Diskussion teilnehmen. Die Ergebnisse dieser Diskussion werden auf der VDMA-Homepage veröffentlicht.

Der richtige Weg ist es nach einer Effizienzsteigerung zu suchen, also gleiche oder bessere Qualität mit weniger Aufwand.